Marcel Brüning

Hamburger Tischlerei Marcel Brüning und das Besondere an dem Material Holz

Jennifer Maurer Interview kommentieren

Die Tischlerei Marcel Brüning bietet seit 2010 ein breites Spektrum im Bereich der Herstellung und Bearbeitung von Möbeln und Bauelementen an: von der Bautischlerei und Altbausanierung über die Möbeltischlerei bis zur Reparatur. Das achtköpfige Team berät und plant in Hamburg und betrachtet sich selbst als typische Großstadt-Tischlerei. Marcel Brüning, Inhaber und Gründer sprach mit uns über die Besonderheiten von Altbausanierungen, darüber, was eine gute Beratung ausmacht und Nachhaltigkeit.

Neue Projekte planen oder Altes restaurieren – was macht Ihnen persönlich mehr Spaß?

Wir machen beides sehr gerne und beides hat seine ganz eigenen Vorteile: Altes restaurieren bedeutet etwas zu erhalten. Es ist schön die Arbeit früherer Tischler zu verstehen und ihre Arbeit nachzuempfinden, nachzubauen. Altes erhalten, das mit viel Liebe und Zeit gemacht wurde, macht für mich den Reiz aus, vor allem im Bereich der Altbausanierung. Was die Tischler früher mit viel mehr Aufwand erschaffen haben … dafür ist heutzutage kaum noch Zeit. Das ist allerdings auch der interessante Ansatz einer Neuplanung. Hier können wir Etwas selbst erschaffen, mit neuen Materialien arbeiten und experimentieren und unsere eigenen Spuren hinterlassen. Das passiert natürlich mit viel Vorarbeit von Designern und Innenarchitekten.

Was macht für Sie eine gute Endkunden-Beratung aus?

Gute Beratung ist sehr individuell, in jedem Fall ist Kommunikation das wesentliche Merkmal eines gelungenen Gesprächs.

Es ist für uns keine Option, dem Kunden etwas aufzudrängen, daher arbeiten wir sehr gerne mit Visualisierungen. Wir fertigen für unsere Kunden technische Zeichungen und Muster an, stellen detaillierte Farb- und Lackvarianten zusammen und schicken diese an den Kunden. Das ist vielleicht ein Mehraufwand, aber es hat sich gezeigt, dass die Projekte dann im weiteren Verlauf reibungsloser ablaufen. Generell kann man sagen: So viel wie möglich vorab klären und sich Zeit nehmen.

Fitschenstemmer und Zapfenschneider – würden Sie sagen, dass mit “alten” Geräten authentischere Ergebnisse erzielt werden?

Der Fitschenstemmer und der Zapfenschneider zählen tatsächlich zu den Kuriositäten in unserer Werkstatt, aber wir haben natürlich auch moderne Maschinen, zum Beispiel die CNC  [Anm. Computerized Numerical Control; Werkzeugmaschinen, die durch eine moderne Steuerungstechnik mit hoher Präzision komplexe Formen automatisch herstellen können]. Die alten Geräte sind aber vor allem für die Altbausanierung und Restauration noch von Bedeutung. Mit dem Fitschenstemmer können wir heute noch Fenster und Türen mit Fitschenbändern anschlagen, die Arbeit ist allerdings relativ aufwendig. Der Zapfenschneider dient uns zur Verbindung der Rahmenprofile beim Fensterbau im Rahmen von originalgetreuen Altbausanierungen.

Natürlich gibt es modernen Ersatz für diese Geräte, die dasselbe können, aber die Ergebnisse werden originalgetreuer. Ob die Ergebnisse auch schöner werden, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Was ist das Besondere an dem Material Holz?

Ich persönlich finde die Verarbeitungsmöglichkeiten am Besten, das heißt zum Beispiel im Hinblick auf Altbausanierungen wie gut man die Profile in Türen fräsen kann. Dann natürlich die Robustheit und Witterungsbeständigkeit – zum Beispiel für den Fensterbau, aber auch für Terrassen und viele weitere Einsatzmöglichkeiten. Holz ist natürlich im Hinblick auf Materialechtheit und Natürlichkeit unschlagbar. Aber auch das Thema Nachhaltigkeit darf nicht vergessen werden, hierzu sitzen wir gerade an einem Konzept, wie wir alle Aspekte der Arbeit mit Holz nachhaltig und kostengünstig vereinen können.

Altbau-Wohnungen sind nach wie vor sehr beliebt, was sind die Besonderheiten bei Altbausanierungen?

Das ist relativ schwierig. Zunächst sind Sanierungen aus prinzipiell zwei Gründen notwendig:  Entweder sind sie verursacht durch den Stilbruch der vorherigen Jahre – schlichte statt profilierte Türen – oder durch den Befall von Holzschädlingen. Der Reiz an Altbausanierungen ist das vorhandene möglichst originalgetreu zu restaurieren oder nachzubauen. Allerdings kann man diese Profile – am Beispiel der Türen – heutzutage nicht einfach mehr so kaufen. Es ist daher unsere Aufgabe, diese nachzubauen, so stilgetreu wie möglich. Jedes Gebäude ist dabei unterschiedlich und die Arbeit ist relativ aufwändig und doch sehr interessant.

Was es dabei zu Bedenken gibt: der Denkmalschutz. Alte Gebäude sind oftmals geschützt: von innen und außen. Fassaden können nicht nur in ihrem Erscheinungsbild, sondern auch farblich geschützt sein. Hier ist viel Abstimmung mit den Architekten, Projektmanagern und/ oder dem Denkmalschutz nötig.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Tischlerei Marcel Brüning
Bebelallee 132
22297 Hamburg
Telefon: +49 40 511 7900
info@tischlereihamburg.com

 

Das Interview führte Jennifer Maurer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.